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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Konzernumbau bei ThyssenKrupp: Vorstandsvorsitzender Dr. Heinrich Hiesinger (Mitte) mit IHC Präsidiumsmitglied Dr. Dieter Wirths (l.) und IHC Präsident Dr. Reinhard Ch. Zinkann.

19.09.2013 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger
, Vorsitzender des Vorstands ThyssenKrupp AG, Essen

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Siehe auch Berichterstattung unter Medienresonanz.

ThyssenKrupp: Konzern im Wandel

Vorstandsvorsitzender Hiesinger über die Anstrengung, definierte Werte zu leben

Die Situation war alles andere als einfach, als Dr. Heinrich Hiesinger Anfang 2011 von Siemens zu ThyssenKrupp wechselte. Mit welchen Mitteln und inhaltlichen Schwerpunkten seitdem die Veränderung im Konzern vorangetrieben wird, vermittelte der Vorstandsvorsitzende in seinem lebendigen Vortrag „Konzern im Wandel – ThyssenKrupp als diversifizierter Technologiekonzern“. 110 IHC Mitglieder und Gäste erlebten einen nachdenklichen Konzernchef, der deutlich machen konnte, welche Anstrengungen ein fundamentaler Kulturwandel in einem international ausgerichteten Unternehmen mit sich bringt. Die Moderation des Abends hatte IHC Präsident Dr. Reinhard Ch. Zinkann übernommen.

Heinrich Hiesinger, der keinen Wert darauf legt, mit Doktor angeredet zu werden und im Konzern Ehrentitel im Management abschafft, verwies zu Beginn auf einen Bestseller aus dem Jahre 1910: „Die Welt in 100 Jahren“. Darin wurde unter anderem die Erfindung des Mobiltelefons oder ein europäisches Parlament prognostiziert. Mit diesen Beispielen verdeutlichte Hiesinger seinen persönlichen Standpunkt und den seiner Mitstreiter im Unternehmen. Sie wollen den Konzern mit einem treffsicheren Gespür für die Trends der Zukunft und mit der festen Überzeugung umbauen, dass Technik und Innovation die Welt besser machen.

Während es früher hieß „ThyssenKrupp geht es gut, wenn es dem Stahl gut geht“, macht das Stahlgeschäft (Steel Europe) aktuell noch 30 Prozent des Gesamtgeschäftes aus. Der Konzern fußt heute auf vier weiteren Geschäftseinheiten: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services. 70 Prozent des Umsatzes kommen aus diesen Industriegütergeschäften und Industriedienstleistungen.

Zu Beginn des Kulturwandels bei ThyssenKrupp stand die Frage: Was macht uns denn eigentlich aus? Es folgte als Ergebnis der Suche nach einer neuen Geisteshaltung eine Leitbildentwicklung, an der sich einige Tausend der weltweit 150.000 Beschäftigten beteiligten, für Hiesinger ein Ausdruck der starken Verbundenheit zum Unternehmen. Als besondere Stärke bei ThyssenKrupp wurde das hervorragende Ingenieurwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ihre Ingenieurkompetenz – identifiziert. Und die Mitarbeiterschaft forderte mit Blick auf 700 rechtlich eigenständigen Einheiten: „Machen Sie aus ThyssenKrupp endlich eine Firma!“

Heute gibt es noch 400 Einheiten. Die bisherige Organisationsstruktur wurde auf den Kopf gestellt. Die konzernweiten Zentralfunktionen wurden von 20 auf 15 verkleinert. Dabei wurden 70 Prozent der Top-Führungspositionen neu besetzt, ein überkommenes Privilegiensystem wurde abgeschafft: „Das alles passt nicht mehr in unsere Zeit, vor allem kosten diese Spielereien unnötig Zeit und Geld.“

Das Ergebnis des komplexen Leitbildprozesses wurde in vier Leitsätzen zusammengefasst:

Wir sind ThyssenKrupp – ein Technologiekonzern mit hoher Werkstoffkompetenz.

Wir lösen gemeinsam mit unseren Kunden die Herausforderungen der Zukunft.

Wir stellen uns höchsten Ansprüchen.

Wir leben gemeinsame Werte: Offenheit, Ehrlichkeit, gegenseitige Wertschätzung und Transparenz.

Den vierten Leitsatz nimmt Heinrich Hiesinger besonders ernst. Er sucht den Dialog mit der Belegschaft, will ehrliches Feedback. „Auch wenn ich nicht alle E-Mails persönlich beantworten kann, so lese ich jede Nachricht, die mich erreicht, mit großem Interesse“, betont der Vorstandsvorsitzende, der auf die Vorbildfunktion des Vorstands verweist. Er will durchaus provozieren: „Der Unterschied zwischen einem Manager und einer Führungskraft ist, dass die Führungskraft weiß, wo sie hin will. Zweitens: Viele Führungskräfte arbeiten zu viel und denken zu wenig.“ Der Konzernchef redet grundsätzlich nicht von Personalabbau, sondern von Reduzierung der Personalkosten und konnte so wenige Tage vor seinem Vortrag im IHC mit den Gewerkschaften eine Verkürzung von Wochenarbeitszeiten aushandeln, die im Gegenzug zu einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen führten.

Es gelinge nicht alles, das sei utopisch, so Hiesinger abschließend. Der größte Umbau seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999 sei nicht immer einfach. Der Vorstandsvorsitzende ist aber sicher: „ThyssenKrupp hat eine Zukunft als erfolgreicher diversifizierter Industriekonzern, dessen Wachstum durch moderne Prozesse, klare Führung sowie durch ausgeprägte Kundenorientierung und das Streben nach Neuem und Besserem getrieben sein wird.“ 

Bericht: Tatjana Wanner/ssd, Fotos: Christian Weische


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