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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

IHC Präsidiumsmitglied Graf von Oeynhausen-Sierstorpff (l.) mit dem Referenten Prof. Dr. Bernd Lucke, MdEP, Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD)

05.11.2014 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Prof. Dr.
Bernd Lucke, MdEP, Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Berlin

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Die IHC Veranstaltung mit Bernd Lucke hat vor und nach dem Termin eine große öffentliche Aufmerksamkeit erzielt. Das „Bielefelder Bündnis gegen Rechts“ hatte in einem Offenen Brief in den regionalen Medien gegen den Lucke-Auftritt protestiert. Am Veranstaltungstag war es nur Dank des besonnenen Einsatzes der Bielefelder Polizei möglich, ungehindert in die Veranstaltungsräume zu gelangen. Link Medienresonanz

 

 

Eine Alternative pro Europa?

Parteichef Bernd Lucke über Inhalte und Konzepte der Alternative für Deutschland

Großer Mitgliederzuwachs auf der einen, scharfe öffentliche Kritik auf der anderen Seite. Islamfeindlichkeit, rechtspopulistische Auswüchse und Homophobie sind starke Anschuldigungen, die gegen die Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“ seit dem Beinaheeinzug in den Deutschen Bundestag laut geworden sind. Doch was treibt die im Februar 2013 gegründete Partei, der sich bis heute rund 20.000 Mitglieder zugewandt haben, inhaltlich und strategisch wirklich an?

Einen eigenen Eindruck konnten sich die über 150 IHC Mitglieder durch den Vortrag von Prof. Dr. Bernd Lucke, MdEP und Sprecher der AfD, verschaffen. Das Thema lautete: „Alternative für Deutschland: Eine Partei zwischen leidenschaftlicher Zustimmung und drastischer Ablehnung“. Als „Proeuropäische Partei“, so Lucke, setze sich die AfD vor allem mit den wirtschaftspolitischen Problemen Europas auseinander, um neue Weichen auf dem Weg des Euro einzuschlagen, der bis dato von Rechtsbrüchen („Bruch des Maastricht-Vertrages“, „Vergemeinschaftung von Schulden“) gekennzeichnet sei.

Ziel sei es, einen neuen Aufschwung zu erreichen, bei dem jedes europäische Land berücksichtigt werde. Sieben AfD Abgeordnete sind derzeit im Europaparlament vertreten. Folgende Grundsätze der Parteirichtlinien betonte der Professor für Makroökonomie: Rechtsstaatlichkeit, Subsidiarität, Demokratie und Nachhaltigkeit. Nicht nur auf europäischer Ebene arbeite man nach diesen Grundsätzen, auch auf Länderebene in Deutschland hat die AfD nach erfolgreichen Wahlen in drei ostdeutschen Ländern Einzug gehalten. Dafür habe man das Parteiprogramm entsprechend ergänzt, unter anderem mit Themen der Bildungspolitik. 

Das Image von Familie solle verbessert und „cooler“ werden, um dem demografischen Wandel weiter entgegenzuwirken. „Wir brauchen mehr Kinder und ein familienfreundlicheres Klima“, so Lucke. Viele AfD Mitglieder haben selbst drei oder mehr Kinder und könnten Wert und Sinnstiftung von Familie stärker in die Öffentlichkeit tragen.

„Wir brauchen Zuwanderung“, stellte der Parteichef klar. Doch Aspekte wie Sprache, Beruf oder religiöse Prägung sollten im Zuwanderungsrecht ergänzend berücksichtigt werden, um eine „gute Integrierbarkeit“ gewährleisten zu können. Die Berichterstattung über Ausländerfeindlichkeit von AfD-Mitgliedern stellte Lucke als „unfair“ und „Verzerrung der Tatsachen“ dar. Dass auch radikale Meinungsträger Interesse am Beitritt in die AfD bekunden, werde als vielschichtiges Problem behandelt und entschieden abgelehnt. Daher führe man seit einiger Zeit mit jedem Neumitglied ein einstündiges Gespräch.

In der von Graf von Oeynhausen-Sierstorpff moderierten Diskussion wurde vor allem die Europapolitik mit der (Un-)Möglichkeit thematisiert, wieder zur Alt-Währung „Deutsche Mark“ zurückzukehren. Die Eurokrise werde laut Lucke wieder aufblühen. Außerdem kritisierte er das Handeln der EZB und den seiner Meinung nach wenig aussagekräftigen Banken-Stresstest.

In den nächsten zehn Jahren strebe der Parteichef nicht das Amt des Bundeskanzlers oder Bundesfinanzminister an, die Partei wolle vielmehr „den Finger in die Wunde legen“. Es gebe bislang kein „fertiges“ Parteikonzept, wohl aber die Forderung nach Transparenz staatlichen Handelns oder nach einfachen, nachvollziehbaren Steuern.

Bericht: Sandra Hankel / Fotos: Susanne Freitag