Startseite » Veranstaltungen

Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Schuldenkrisen und ihre Hintergründe (v.l.): IHC Vizepräsident Dr. Daniel Terberger, Referent Dr. Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe KG, Düsseldorf sowie IHC Präsidiumsmitglied Dr. Alfred Oetker diskutierten über die Weltwirtschaft und ihr Finanzgerüst.

02.06.2015 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung,
Dr. Alexander Krüger, Chef-Volkswirt Bankhaus Lampe

Bildergalerie>>

Siehe auch Berichterstattung unter Medienresonanz.

Das Märchen vom weltweiten Schuldenabbau

Chefvolkswirt Krüger vom Bankhaus Lampe über „Künstliche Normalität“

Die Krise existiert – selbst wenn viele sie lieber totschweigen wollen. Politik, Zentralbanken oder Medien offenbaren ungern, dass Schulden weiter aufgebaut werden ­– weltweit. Dr. Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe KG, Düsseldorf, kennt das komplexe Geflecht der Finanzwelt und bietet Analysen und Orientierungshilfen. Vor über 100 IHC Mitgliedern und zahlreichen Gästen wagte er mit seinem Vortrag „Künstliche Normalität verdeckt die Staatsschuldenkrisen“ eine Vorschau auf die kommenden zwölf Monate. Mit dabei: internationale Konjunkturentwicklungen, Zins- und Währungsprognosen sowie die Nebenwirkungen der Euro-Rettungspolitik.

Auch wenn Haushaltsdefizite weltweit allgegenwärtig sind und der Schuldenabbau „ein reines Märchen“ sei, rät der Finanzexperte zu vorsichtigem Optimismus. Zwar seien die globalen Schulden seit dem Jahr 2008 um 38 Prozentpunkte auf ein Allzeithoch gestiegen und besonders in den Schwellenländern bewegten sich die Schulden weiter nach oben. Zudem werde die Rückkehr zu höherer Schuldentragfähigkeit werde durch verhaltenes Wirtschaftswachstum und gesunkene Inflationsraten erschwert.

Die gute Nachricht ist: Unser Finanzsystem werde auch im siebten und achten Nachkrisenjahr stabil bleiben – und nicht zuletzt aufgrund der Notenpressen der Zentralbanken nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen: „Neu auftretende Probleme werden mit weiterer Liquidität bekämpft.“ Wachstums- und Inflationsraten seien verhalten, aber dennoch passabel – und der Aufschwung werde definitiv wiederkommen.

Die Konjunktur erhalte momentan ungeplante Unterstützung, denn der Rohölpreisrückgang entlaste die Einkommen. Die EZB-Geldpolitik schwäche den Euro, wodurch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit steige, durch den Niedrigzins lohnen sich Investitionen. Aus Krügers Sicht sind dies Glücksfälle, die Strukturreformen letztlich nicht ersetzen können. Falls die Weltwirtschaft ins Wanken gerate, könne auch der Euro nichts mehr ausrichten.

Deutschlands Wachstum beruhe aktuell im Wesentlichen auf dem Konsum, der private Verbrauch ist der zentrale Wachstumstreiber. Für die USA sei eine behutsame Leitzinswende zu erwarten. Dort sei ein „Prozess des Verschiebens“ zu beobachten, da zwar viel konsumiert werde, Investitionen aber gering ausfallen.

Der Euroraum werde bei den Kreditvergaben moderat vom EZB-Wertpapierprogramm profitieren, welches aber lediglich auf die Angebotsseite und nicht auf Nachfrage ausgerichtet sei. Die Dis-Inflationsrate werde noch länger anhalten, die Lohnstückkosten seien noch nicht da, wo sie hinsollen.

Im Fragenteil bezweifelte der Chefvolkswirt, dass die Rettungspolitik der Notenbanken ein Allheilmittel sei. Die „Nebenwirkungen“ offenbaren Schattenseiten: Fehlallokation von Kapital, abnehmender Reformeifer, wachsende Vermögens-Ungleichheit, höhere Risiken werden salonfähig. Und wie sich Russland entwickelt? Der Finanzexperte verwies auf den Ukraine-Konflikt, der das Land isoliere und rezessive Tendenzen durchlaufen lasse. Die Rettungspolitik für Griechenland habe Erpressungspotentiale freigesetzt: „Je mehr investiert worden ist, desto mehr wird weiter finanziert, um den Rest auch noch zu retten.“
www.bankhaus-lampe.de

Bericht: Sandra Hankel / Fotos: Susanne Freitag


Anmeldung

reservierung